Der Wissensreiseansatz ist in den 90er Jahren entstanden. Die damals wirklich neuen digitalen Medien haben es erlaubt, viele Materialien und Aufträge übersichtlich, neutral und zugleich mehrfach geordnet zu sammeln. Im Unterricht, beim Lernen werden sie jeweils neu zusammen gestellt. Je nach Basisaufgabe und Einzelaufgabe entstehen so spezielle Arbeitszusammenhänge.

Die erste Wissensreise, der Krimi "Wer knackt die Nuss" ist noch als CD-ROM Datensatz veröffentlicht worden. Jetzt ist sie natürlich im Netz - und hier im Bereich Krimis - zu finden.

Wie ist der Denkansatz "Wissensreise" und "Wissen zeigen" konkret entstanden?
Ich bezeichne das als reflektierte Praxis:
1. Die Auswertung des Unterrichtens auch im Unterrichtsgeschehen selbst
2. Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen beim gemeinsamen Unterrichten und danach
3. Die intensive Mitwirkung meiner Schüler bei Überarbeitung, Ideensuche, Alternativen...
4. Meine Teilnahme an Modellversuchen und die Vorstellung und Diskussion des Denkansatzes


Wissensreise-Idee

Zugänge über drei Wissensräume:

Einblicke-Informationen-Listen

und

Unterrichts-Konzept "Wissen zeigen"

mit

Legetechnik,

Lernen im Dialog

Einzelseiten-Technik

Materialisierungen

Zwischenwissen


Den Ansatz habe ich erstmals so in einem Grundsatzpapier veröffentlicht, das ich für die Weiterarbeit im BLK-Modellvorhaben "Neue Lernwelten", zweite Phase, im September 2002 vorgelegt habe.

Lust auf einen immer noch lesenswerten, etwas ausführlicheren Text aus dieser Zeit?

Die Website "www.wissensreise.de" habe ich dann dazu eingerichtet, für den Denkansatz, das Lernkonzept und vernetzendes Denken zu werben.
Die Reisen und Kurzreisen sind Ergebnisse aus einer oben beschriebenen vierfach verankerten reflektierten Praxis. Sie sollen dazu anregen, die Wissensreise-Idee und das "Wissen zeigen" in den Schulalltag zu bringen.
In der Schüler-Lehrer-Kooperation und gestützt auf ein (echtes) Teaming der Lehrer.

Jürgen Fischer, Reiseleiter

DIE DIDAKTISCHE GRUNDIDEE
Unterricht als Wissensreise anlegen.
Schüler erkunden, bereisen Wissensgebiete.

Wie bereite ich das als Lehrer vor? Wie kann ich die Schüler in Vorbereitungen einbeziehen?

Es sollen Materialien und Aufträge ausliegen, die zu selbständigem Arbeiten und zugleich aber zur Eigenverantwortung auffordern.

Um mögliche Reisewege und eine Richtung des Erkundens zu klären und dann festzulegen sind Vereinbarungen notwendig.
Das Wissensgebiet ist zu begrenzen, ein Reiseziel ist anzugeben, die Fragestellung drückt das aus.

Schüler bearbeiten Aufgaben.
Aufgaben koppeln Aufträge und Materialien.

Aus der Auseinandersetzung mit den Aufgaben entsteht ein Ergebnis, der Reisebericht. Nicht allein dieses Produkt sagt etwas über Niveau und Qualität der geleisteten Arbeit aus, auch Erkundungsweg und Herstellungsprozess des Berichtes selbst geben Aufschluss.

Die Zwischenschritte im Lernen kommen
in den Blick und nehmen die Schlüsselstellung ein, um guten Unterricht zu planen und zu realisieren.
Es müssen vielschichtige Materialien, Reisetipps und Erläuterungen (Hilfen) ausliegen. Auch Reisebeschreibungen, also Anregungen für die eigenen Berichte geben Orientierung.

Guter Unterricht?

Die Schüler arbeiten tendenziell selbständig und initiativ. Im Konzept "Wissensreise" erhalten sie die notwendigen Freiheiten im Lernen. Und zugleich können Unterricht und Lernen wie gewohnt auch linear ablaufen, auch fest angelegte Schritte sind notwendig.

Beide Male ist der Lehrer Reiseführer, Ideengeber, Organisator, Moderator.

Aber - für die Reisenden, beim Erkunden soll das zirkuläre, das assoziative und vernetzende Denken im Mittelpunkt stehen.

Reisen sind Erkundungen mit offenem Ausgang. Im eigenen Reisebericht spiegelt sich, wie sich die Schüler auf das vernetzende Denken eingelassen haben.

Das ist nicht die Alltagserfahrung im schulischen Lernen. Hier herrschen immer noch lineare Muster des Aufreihens und wohl geordneten Zerlegens des Lehrstoffs vor.

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