Weitere Beispiele
für interessante, historisch aussagekräftige Postkarten

"Gesammtansicht von
Kassel", Postkarte 1900
Blick aus Nordost der Fulda entlang auf die Stadtsilhouette

Postkarten-Ansichten im Kapitel Geschichte auf A4
Was bedeuten die Großbuchstaben auf der Adress-Seite dieser Feldpostkarte von 1940?
Der Friedrichsplatz hat im Laufe seiner Geschichte mehrfach sein Erscheinungsbild verändert. Esplanade, offener Platz, zweigeteilter Platz, Aufmarschfläche für Paraden und Kundgebungen, Ausstellungen, Zirkus, Großkonzerte, zentraler Ort der dOCUMENTA...
Briefbogen
Cassel 1849

Anschrift und Siegelfläche durch die Faltung außen

Text innen

Gesiegelt - Prägung

Rundstempel
Briefumschlag
Cassel 1859

Freimarke
Deutsch-Österreichischer Postbereich
Thurn und Taxis

Gesiegelt
Rundstempel mit Kreis
Deutsche Städte konnten beim Reichsministerium für das Postwesen eine Werbe-Karte beantragen, die den Aufdruck "Postkarte" zeigt und auf der Adress-Seite links ein Bild und Informationen über den Ort enthält. Diese Karte wurde ca. 1935 ausgegeben.
Postkarte mit Zustell-Stempel vom 25.5.1902, abgeschickt in Cassel am 23.5.1902. Platz für die Mitteilungen auf der BIldseite.
Postkarte mit hochauflösender Fotowiedergabe auf der Bildseite, gelaufen 1930. Die Adress-Seite ist zweigeteilt, in der linken Hälfte mit Raum für die Mitteilungen.
Korrespondenzkarte
1870

Norddeutsches Postgebiet

Feldpostbrief
KPR - Feldpost
Königl. Preuß. Post
Postkarte
1874

Briefmarke
Deutsche Reichs Post
1/2 Groschen

Zustellungsstempel links
Korrespondenzkarte, Postkarte, Ansichtskarte, Bildpostkarte
KLEINE . GESCHICHTE . DER . POSTKARTE.
Brief - Karte - Post

Briefpost - Briefe sind kurze Mitteilungen, die auf dem Postweg versandt werden.
Sie wurden durch Falten und Versiegeln vor unberechtigtem Einblick geschützt. Die Empfänger zahlten die Gebühren. Dann, circa Mitte des 19. Jahrhunderts, veränderten zwei Ideen das Postwesen grundlegend. Eine aufgeklebte Briefmarke erlaubte es, die gefalteten Papiere vor dem Versenden bezahlen zu lassen. Und vorgefertigte Briefhüllen erleichterten das Einstecken und Verschließen der Papiere. Die Schreiben ließen sich nun vom Adress- und Frankierungssystem trennen.

Postkarte - Eine Karte, die durch die Post
verschickt werden kann.

Die Praxis, die Mitteilungen auf Karten zu schreiben und diese zu frankieren, halbierte die Versandkosten. Offiziell ließ die Deutsche Reichspost diese Korrespondenzkarten (offen lesbarer Text) zwar erst 1895 zu, sie wurden aber bereits ab 1870 anstandslos befördert.

Dann begannen in hoher Stückzahl (eintausend und mehr) verfielfältigte Mitteilungskarten mit Bildinformation den Markt zu beherrschen. Auf die Adress-Seite mit dem Aufdruck "Postkarte" durfte nur die Anschrift geschrieben werden. Platz für die Korrespondenz blieb lediglich auf der Bildseite. Diese Vorschrift der Deutschen Reichspost galt bis 1907, als die Adress-Seite geteilt wurde.

Die ersten Postkarten waren in Schwarzweiß ausgegebene Stücke, dann kamen die in Farbe vervielfältigten Lithografien auf. Schließlich erlaubten es neue Techniken, kostengünstig Kupferstiche und Stahlstiche in Schwarzweiß zu drucken. Fotografien auf der Bildseite mussten es dann sein, sie wurden im Lichtdruckverfahren bearbeitet und für die Vervielfältigung vorbereitet. Diese Postkarten setzten sich bis Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr durch. Auch diese ließen sich nachträglich einzeln und schließlich sogar seriell (Schablone) kolorieren.

Um dann echte "Farbfoto-Postkarten" anzubieten mussten für jede Farbgebung einzelne Druckplatten produziert werden. Hohe Auflagen machten die Herstellung wirtschaftlich, das übernahmen vorwiegend große Verlage z. B. in Leipzig, München und Berlin.
Das aufwändige Verfahren wurde ab den 1920er Jahren durch den Offsetdruck und ab den 1960ern durch Vierfarbdruck-Verfahren abgelöst.

Wir verwenden den Begriff "Postkarte", wohl wissend, dass z. B. bei Sammlern der Begriff "Ansichtskarte" vorherrscht und dieser auch an Verkaufsständen vor Kiosken oft (!) üblich ist.
Aber viele Geschäften werben mittlerweile wieder mit einem Schild "Postkarten" für die in den Ständern ausgestellten Stücke.

Die Deutsche Post gibt heute noch Karten mit der Kennzeichnung "Postkarte" aus. Die Briefmarke ist aufgedruckt. Der linke Teil der Adress-Seite und die Rückseite bieten Raum für Notizen, Skizzen, Nachrichten...
"Postcard" ist auch die internationale Bezeichnung für die offene Korrespondenz, die mit einer Post verschickt wird. Weiter, uns geht es um die Ganzsache, die Karte mit Bild- und Adress-Seite und um die verschiedenen Formen, Mitteilungen offen zu verfassen und zu versenden.

Für uns ist die Bildauswahl interessant, wenn sich erschließen lässt, dass diese bewusst erfolgt ist. Auch deshalb versuchen wir, Foto, Texte, Notizen und Zeichnungen zu verknüpfen. Zahlreiche Exemplare erlauben es dann, etwas über Mentalitäten und Einstellungen von Absender und Adressat zu erfahren. Zudem, Postkarten aus verschiedenen Dekaden aber mit gleichem Motiv können Aufschluss über Veränderungen geben, und sie gewähren Einblicke in kulturhistorische Zusammenhänge. Besonders solche Stücke sind dann für uns aussagekräftig, wenn sich auch noch ergründen lässt, warum wann welche Motive fotografiert und vervielfältigt wurden, was als sehenswert, als wichtig abgebildet und geschildert wurde, also warum jemand eine bestimmte Karte ausgewählt und versandt hat.

Postkarten waren und sind auch heute noch eine kostengünstige Form, um Mitteilungen zusammen
mit Ansichten zu verschicken. Sie konkurrieren
mit E-Mail, SMS, MMS und z. B. WhatsApp.

Mehr zu Begriffen und zum Denkansatz sowie zu unseren Untersuchungsmethoden?
Das Konzept haben wir hier ausführlich auf einer eigenen Seite dargelegt.